Freitag, 22. Juli 2011

Eine Finanzkrise bereinigt und erneuert, wo ist das Problem ?

Das Ende einer Krise ist immer der Anfang einer noch heftigeren Krise. Das folgende Gedicht von Richard Kerschhofer bringt es auf den Punkt!

"Höhere Finanzmathematik"


Wenn die Börsenkurse fallen,


regt sich Kummer fast bei allen,


aber manche blühen auf:


Ihr Rezept heißt Leerverkauf.


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Keck verhökern diese Knaben


Dinge, die sie gar nicht haben,


treten selbst den Absturz los,


den sie brauchen – echt famos!


<>


Leichter noch bei solchen Taten


tun sie sich mit Derivaten:


Wenn Papier den Wert frisiert,


wird die Wirkung potenziert.


<>


Wenn in Folge Banken krachen,


haben Sparer nichts zu lachen,


und die Hypothek aufs Haus


heißt, Bewohner müssen raus.


<>


Trifft's hingegen große Banken,


kommt die ganze Welt ins Wanken


auch die Spekulantenbrut


zittert jetzt um Hab und Gut!


<>


Soll man das System gefährden?


Da muss eingeschritten werden:


Der Gewinn, der bleibt privat,


die Verluste kauft der Staat.


<>


Dazu braucht der Staat Kredite,


und das bringt erneut Profite,


hat man doch in jenem Land


die Regierung in der Hand.


<>


Für die Zechen dieser Frechen


hat der kleine Mann zu blechen


und – das ist das Feine ja –


nicht nur in Amerika!


<>


Und wenn Kurse wieder steigen,


fängt von vorne an der Reigen –


ist halt Umverteilung pur,


stets in eine Richtung nur.


<>


Aber sollten sich die Massen


das mal nimmer bieten lassen,


ist der Ausweg längst bedacht:


Dann wird bisschen Krieg gemacht.


("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2008)



Quelle


http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/426756/Hoehere-Finanzmathematik?from=suche.intern.portal

Anmerkung zur Quelle: Das Thema zum Gedicht auf der Quelle ist sehr lesenswert, da es pure Real Satire ist !

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